Der in Texas lebende Inder Oliver Raijamani hat mit Texas Gypsy Fire eine der ungewöhnlichsten und faszinierendsten Platten der Rockgeschichte geschaffen. Es ist ein unwiderstehliches Gebräu unterschiedlichster Musikstile, eine „exotische und einzigartige Mischung aus Indien, den Klängen der Sinti und Roma sowie Texas, Country und Western“, befand der Boston Globe. weiter lesen
Die beiden Schwestern haben der Musikwelt im vergangenen Jahr zwei schöne Scheiben in Kooperation mit anderen Künstlern beschert: mit dem englischen Folkrocker Blair Dunlop “Killing Time” und mit dem norwegischen Singer-Songwriter Tom Hell “The Sound Of The Ocean Sound”.
Rebecca Lovell (vocals, mandolin, guitar) und Megan Lovell (vocals, lap-steel, dobro) haben ihre Band nach ihrem Ur-Ur-Ur-Großvater benannt, einem Cousin Edgar Allan Poe’s. Die Schwestern aus den USA spielen eine Mischung aus Folk-Rock, Singer-Songwriter und Americana. Ihre Platten sind meist EPs, kaum länger als 20 Minuten. Es zählt Klasse, nicht Masse. weiter lesen
Eine neue Großtat des Schweden mit Wahlheimat USA. Nachdem die EP „Three Free Amigos“ eher seine akustische Seite zeigte, lässt er es auf „Peace“ kräftig krachen. Gleich im Titelstück heult und jault die Gitarre dass es Neil Young eine Freude wäre. „Let ist go“ mit seinem düster-treibenden Rhythmus und sägend-wimmender Gitarre veredelt Susann Cowsill mit ihrem Backgrund-Gesang. „Sentimental Times“ kommt mit akustischer Gitarre und Saxophon anrührend daher, „Sarah Anne“ kontrasiert mit fröhlichem Rhythmus, „My Son“ lässt die Scheibe besinnlich-nachdenklich ausklingen.
Linda Thompson lässt mit „Won’t Be Long Now“ alte Folk-Seeligkeit aufleben. Ihr Ex-Mann Richard, mit dem sie als Duo Folk-Rock-Geschichte geschrieben hat, zupft beim ersten Stück „Loves For Babiews And Fools“ die akustische Gitarre. Die Veteranen des englischen Folkrock Martin Carthy und Dave Swarbrick sind dabei, dazu kommen Carthy-Tochter Eliza, die Thompson-Kinder Teddy und Kami sowie – Überraschung – Jenni Muldauer, die Tochter des US-amerikanischen Pendants zu Richard und Linda Thompson, Geoff und Maria Muldauer, die US-Amerikanische Folk-Rock-Geschichte geschrieben haben. Getragen wird das Album von der melancholische Stimme der 66-Jährigen,
Die kleine Halle der einstigen Kupferschmiede in Gießen ist rasch überfüllt. Schon lange hat eine lange Schlange gewartet, dass die Tür endlich aufgeht. Junge Leute drängen in den Raum. Nicht nur. „Ich habe auch meinen Vater dabei“, sagt ein junger Mann zum anderen.
Digger Barnes ist generationsübergreifend. Er steht in bester Singer-Songwriter-Tradition, macht diese Mischung aus Folk, Country und Rock, die heute gerne als Americana bezeichnet wird. In seiner Diamond Roadschow, die er an diesem Abend präsentiert, erzählt er Geschichten von der Straße. „Flucht, Rache, Verlust und immer wieder biblische Untergangsszenen sind die düsteren Themen in den tief in Wüstenrock und Americana à la Calexico verwurzelten Songs des immerzu einsamen imaginären Wohnwagenbewohners, mit denen Digger Barnes in seiner ‚Diamond Road Show‘ seine traurige Geschichte erzählt“, so hat es die Taz beschrieben.
Pencil Quincy macht mit seiner „Magic Machine“ das Konzert zum Film. Auf einem Plattenteller lässt er Landschaften, Gebäude, Autos, Menschen kreisen, die mit einer Kamera auf eine Leindwand über der Bühne projiziert werden.
Barnes hört sich an und schaut aus, als käme er aus den tiefsten Süden der USA. Tatsächlich heißt er Kay Buchenheim und kommt aus Hamburg.
Digger Barnes liebt Gießen Asozial – und umgekehrt
Das Konzert in der Kupferschmiede in Gießen ist ein Heimspiel. In Gießen ist Barnes schon öfter aufgetreten und hat sich eine treue Fangemeinde erspielt. „I love Gießen Asozial“ ruft er mehrfach ins Publikum. „Gießen Asozial“ ist die Fußballmannschaft der links-autonomen Szene der Universitätsstadt.
Nachdenklich-verschmitzt blickt Kris Kristofferson von der Titelseite der jüngsten Ausgabe von Rookie, dem Magazin für Country, Folk und Americana aus dem Hause Springer. Der Haudegen scheint zu wissen, dass sich in dem Heft eine dicke Peinlichkeit verbirgt: die Titelstory ist satte fünf Jahre alt. Der Kristofferson-Artikel ist wortwörtlich bereits im Juni 2008 im deutschen Rolling Stone erschienen, nur die Fotos sind andere.
Während im Rolling Stone in einem Kasten zum Artikel „sieben wichtige Alben aus Kristoffersons Werk“ vorgestellt wurden, sind es in Rookie nur fünf. Die Texte zu den einzelnen Platten wurden zudem stark gekürzt. Der Artikel endet mit der Scheibe „This Old Road“ von 2006. Die Alben „Closer for the Bone“ von 2009 und „Feeling Mortal“ von 2012 tauchen nicht auf.
Rookie wärmt Uraltes auf
Die Rookie-Macher hätten es besser wissen müssen, denn auf der dem Heft beiliegenden CD ist der Song „Mama Stewart“ von der Feeling Mortal-CD enthalten. In den Erläuterungen zur Heft-CD heißt es „Mit seinem Album ‚Feeling Mortal‘ fügte er seinem imposanten Katalog ein weiteres Glanzstück bei.“
Rookie ist mit der Kristofferson-Story kein Glanzstück gelungen – ganz im Gegenteil.
Die drei Französinnen, die sich Theodore, Paul & Gabriel nennen, glänzen mit wunderbaren Melodien, satten Gitarren und klasse Gesang. Tatsächlich heißen sie Pauline Thomson, Clémence Gabriel und Théodora de Lilez. Ihr erste Album unter ihren Männernamen heißt „Please Him, Please her“. „Nach vorne gemischte Gitarrenklänge treffen auf softrockige Harmonien a la Fleetwood Mac und die Melancholie von Simon & Garfunkel, meint der deutsche Rolling Stone.
Sie singt vom Leid ihres Volkes, singt von „Schnee und Blut und Asche / Und Träumen zu stark um zu sterben“. Sie singt mit trauriger Stimme zu wunderschönen Melodien. Annie Humphrey ist Ojibwe-Indianerin. Sie wuchs in Nord-Minnesota auf. In ihren Songs beschreibt sie das Schicksal ihres Volkes und setzt sie sich für ökologische Belange ein. Annie Humphrey ist reif für die Insel, und zwar mit ihrer Platte „The Heron Smiled“. Zwei Stücke untermalt John Trudell mit seinem Sprechgesang.weiter lesen
Der exotische Klang der Sitar hielt in der Mitte der 1960er Jahre Einzug in die Rockmusik. Die CD-Reihe Electric Psychedelik Sitar Headswirlers gibt eine faszinierenden Überblick über die Sitar in der Rockmusik. Die zehn CDs enthalten 179 Stücke.
Die Byrds waren die ersten, die auf das fernöstliche Instrument aufmerksam geworden waren, und der Beatle George Harrison war der erste, der die Sitar auf Platte bannte, in dem Song Norwegian Wood, erzählt das Sachlexikon Rockmusik. Im Film über das Monterey Pop Festival im Jahr 1967 kann die schwierige Spieltechnik auf dem Instrument beobachtet werden. Es hat bis zu 13 Saiten, ausgehölte und präparierte Kürbisse an den beiden Enden dienen als Resonanzkästen und sorgen für den resonanzreichen, exotischen Klang.
Sitar in der Rockmusik
Die Zahl der Rockbands, die das fernöstliche Instrument in ihre Stücke einwoben, war Legion. Die CD-Reihe Electric Psychedelic Sitar Headswirlers gibt einen faszinierenden Überblick. Sie ist in zwei Boxen mit je 5 CDs erhältlich. Volume 1-5 enthält 89 Tracks, Volume 6-10 90 Tracks.
Die Palette der Bands reicht von bekannt (Iron Butterfly, Pretty Things, Blonde on Blonde) über weniger bekannt (Fraternity of Man, Bröselmaschine, John Renbourne) bis unbekannt (Mystic Astrologic Crystal Band, Jason Merrick & The Finders, The Zodic Cosmic Sounds). Die umfangreichen Booklets der beiden Boxen geben Auskunft über die Bands. So erfährt man etwa, dass über die Mystic Astrologic Crystal Band das Gerücht kursierte, Jimi Hendrix habe Rhythmusgitarre und Mandoline auf ihrem Debütalbum gespielt.
Das Musikmagazin Folker! hat in seiner Internetausgabe (leider nur dort) einen interessanten Artikel über den neuen Film der Coen Brüder über Dave Van Ronk veröffentlicht. „Inside Llewyn Davis“ heißt der Streifen, der Titel ist dem Debütalbum Van Ronks Inside Dave Van Ronk nachempfunden. Pünktlich zum Filmstart ist die (Auto)Biographie Van Ronks in deutscher Sprache erschienen. „Der König von Greenwich Village“ heißt das Werk und ist hier besprochen worden.
Es könnte gut sein, dass der Film über Van Ronk der Folkmusik der Sechzigerjahre ein neues Revival bescheren werde, genauso wie der Film „O Brother, Where Art Thou“ der Coens es Bluegrass und Hillbilly beschert habe, meint der Verfasser des Folker!-Artikels.
Den Folker-Artikel lesen Sie hier.
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