Johnny mach’s gut!

Zum Tod von Johnny Winter johnny1

Es war eine dieser Rockpalast-Nächte, 1979. Mit netten Leuten vor der Glotze bis in den frühen Morgen. Viel Bier, gute Stimmung. Dann kam Johnny Winter und rockte die Bude. Johnny ist tot, gestorben heute, 16. Juli 2014.

Johnny mach’s gut!

Johnny im Rockpalast 1979

Bis zu jener Rockpalast-Nacht 1979 hatte ich Winter schon etwas aus den augen verloren. Klar zierten „Second Winter“, „Johnny Winter And“ und „Saints and Sinners“ meine Plattensammlung, waren aber schon leicht angestaubt und lange nicht mehr auf dem Teller gelandet. Dann diese Rockpalast-Nacht. Und er spielte sich die Seele aus dem Leib. Patty Smith, die zuvor aufgetreten war,  wollte zu ihm auf die Bühne. Das fand er gar nicht lustig. Recht hatte er.

Kurz nach dem Konzert bin ich auf die Suche nach den jüngeren Werken des Meisters gegangen und habe „Nothin‘ But The Blues“ gefunden. Geniale Zusammenarbeit mit Muddy Waters und James Cotton. Winter ist dem Blues immer treu geblieben. Der aus Leland, Mississippi stammende Sohn eines Plantagenbesitzers habe sich seinen schwarzen Landsleuten besonders verbunden gefühlt, weil er der Albino mit dem langen Haar wie sie ein Außenseiter gewesen sein, meint das Rock-Lexikon. Wie auch immer: Winter hat den Blues gepflegt, auch eine Zeit lang als Produzent bei Alligator-Records.  Dort hat er den Blues-Harp-Spieler Sonny Terry ein grandioses Alterswerk einspielen lassen, auf dem er ihn kongenial auf der Gitarre begleitet.

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Johnny, machs gut!

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