Autor von „Wild Thing“ gestorben
Der Musiker Chip Taylor ist am 23. März 2026 im Alter von 86 Jahren gestorben. Bekannt wurde er als Verfasser erfolgreicher Titel für andere: Wild Thing (Troggs) , „Angel of The Morning“ (P.P. Arnold), „I Cant’t Let Go“ (Hollies) oder „Try (Just A Liggle Bit Harder)“ (Janis Joplin).Sein Leben war abenteuerlich. Sein Geburtsname war James Wesley Voight. Seine Brüder sind der Schauspieler Jon Voight (Taylor ist der Onkel von Angelina Jolie), und der Geologe Barry Voight, der mit seinen Forschungen die Voraussage von Vulkanausbrüchen verbesserte. Taylor hatte mit seiner Spielsucht zu kämpfen. „Ich war ein Spieler, ich wettete bei Pferderennen. Ich habe dafür hart gearbeitet, und ich liebte es. Morgens schrieb ich meine Songs. Und dann ging ich zum Pferderennen. Ich habe nicht nur einfach auf irgendein Pferd gesetzt. Ich betrieb das ganze wie eine Wissenschaft. Ich machte kein Vermögen damit, aber ich gewann regelmäßig. Es war verrückt. Die ganze Zeit, auch als ich ‚Wild Thing‘ und ‚Angel Of The Morning“ schrieb, habe ich auf Pferde gewettet“, berichtete Taylor.
Seine große Zeit als Songwriter endete Anfang der 1970er Jahre. Bis zum Ende des Jahrzehnts veröffentlichte er noch regelmäßig, aber erfolglos Platten. Nach Streit mit diversen Plattenfirmen zog er sich 1981 aus dem Musikgeschäft zurück. Er lebte nun als professioneller Spieler von Pferderennen und Blackjack.
1996 kehrte Tayler ins Musikgeschäft zurück und feierte im Duett zunächst mit der Fiddlerin Carrie Rodriguez Erfolge. Fünf Alben veröffentlichte er mit ihr. Er hatte sie beim South By Southwest Festival 2001 getroffen. Sein Freund Richard Price, Bassist in der Band von Lucinda Williams, hatte sie ihm vorgestellt. Er überredete sie, nicht nur Geige zu spielen, sondern auch zu singen. Ihr Gesang harmonierte perfekt mit seinem.
Später trat die kanadische Fiddlerin Kendell Carson an die Stelle von Rodriguez. Die beiden waren wieder ein perfektes Duo. Wieder hielt sich Taylor zugute, Carson zum Singen überredet zu haben: „My big job was to get Kendell to sing from her heart.“
Taylors letztes Werk ist die dreifach-CD „The Truth And Other Things“. Mit durch seine Erkrankung an Kehlkopfkrebs brüchig gewordener Stimme blickt er auf den Beginn seiner Karriere Anfang der 1970 Jahre zurück und würdigt Marry Martin, die ihm einen Vertrag mit Warner Brothers verschafft hatte, und Chuck Flood von der PR-Abteilung bei Warner, der ihm zu seinen ersten Erfolgen verholfen hatte.
„Chuck Flood passed away on July 2, 2023. Marry Martin passed away an July 4. 2024.“, schreibt Taylor im Begleittext zu der CD.
Bleibt zu ergänzen: Chip Taylor passed away May 23, 2026.

