Krautrock

Gila, Dennis und Doldinger

Die Krautrock-Reihe in der Original Album Series aus dem Hauser Warner läuft mit ihrer dritten Ausgabe zur Hochform auf: Gleich drei Erstveröffentlichungen auf CD sind dabei und die wunderbare Platte „Bury My Heart At Wounded Knee“ von Gila.

Doldinger

Das Licht der CD-Welt erblickt auf „Krautrock 3“ die Platte „Motherhood“ von Doldinger‘s Motherhood aus dem Jahre 1970. Am Schlagzeug sitzt übrigens Udo Lindenberg, der auch zwei Stücke mit Doldinger komponiert hat („Devil Don‘t Get Me“ und „Song of Dying“).

Dennis

„Hyperthalamus“ von Dennis ist ebenfalls als CD-Erstveröffentlichung dabei. Das über 19 Minuten lange „Grey Present Tense“ ist das herausragende Stück der Scheibe. Die Musikzeitschrift „Sounds“ schrieb 1975 beim Erscheinen der Platte: „Dennis, das ist der Sohn des Ex-Frumpy-Drummer Carsten Bohn, und unter Sohnemanns Namen hat Väterchen Carsten nun ein paar Freunde versammelt und eine recht eigentümliche Scheibe fabriziert. Nach einem einleitenden Hörbild vom Bahnhof Hamburg-Altona feiert auf Seite eine der teutsche Rausch- und Sphären-Rock fröhliche Urständ‘, doch auf der zweiten Seite gibt‘s plötzlich brodelnden Drive mit reizvollen Zweigesprächen zwischen E-Piano und Saxophon zu hören. Sollte man sich mal anhören…“

Diez & Bischof

Nummer drei der CD-Erstveröffentlichungen ist „Daybreak“ von Diez & Bischof. Warner fast Krautrock sehr weit, reiht alles, was in den 1970er Jahren erschienen ist, in Krautrock ein, so auch dieses Werk, das eine Mischung aus US-Westcoast und Blue-Eyed Soul ist – und keine schlechte. Peter Bischof sing ganz vorzüglich und Frank Dietz ist ein hervorragender Gitarrist. Eine schöne Platte, die die Wiederveröffentlichung wahrlich verdient hat.

Überragend: Gila

Das schönste Werk unter den fünf Alben ist aber „Bury My Heart At Wounded Knee“ von Gila. Gitarrist Conny Veit komponierte die sieben Songs und stützte sich dabei auf „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“ von Dee Brown. Der Bestseller und auch die Platte behandeln das Massaker an den amerikanischen Ureinwohnern von Wounded Knee 1868. Beinahe ist die Musik viel zu schön für dieses grauenhafte Thema.

Popol Vuh

Fünftes und ebenfalls sehr schönes Teil der Box ist „Das Hohelied Salomos“ von Popol Vuh. Die Band hat einen eindrucksvollen eigenen Musikstil entwickelt. Sitar und Tabla sorgen für einen schönen Kontrast zu Piano und elektrischer wie akustischer Gitarre, darüber schwebt der Gesang von Djong Yun.

Die fünf CDs werden in schlichten Papphüllen mit den Original Plattencovern präsentiert, also stark verkleinert, aber immerhin noch lesbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.