Erfinder des Chamber Blues
Die Siegel-Schwall Band gehörte zu den Protagonisten des Blues-Revival in den 1960er Jahren in den USA. Die virtuosen Musiker mit ihrem Band-Leader Corky Siegel sind die Erfinder des Chamber Blues.Markenzeichen: Die Mundharmonika
Die Bandgründer Corky Siegel und Jim Schwall verstärkten sich um den farbigen Bassisten Rollow Radford und den Schlagzeuger Shelly Plotkin. Die Band sei „eine völlig zu Unrecht kaum bekannte Bluesband aus Chicago“, beklagt die deutsche Musikzeitschrift „Sounds“ 1972 in einer Besprechung des Albums „Siegel-Schwall Band“. Siegels Mundharmonikaspiel war ein Markenzeichen der Band. Sounds schreib damals: „Corky Siegel singt, spielt Mundharmonika und Klavier. Welch große Skala an Ausdrucksmöglichkeiten ihm auf der Mundharmonika zur Verfügung steht, zeigt das fast elfminütige Stück ‚Hush, Hush‘.“ Von 1966 an veröffentlichte die Band vier Alben bei dem Vanguard Label und wechselte dann zum Chicagoer Label Wooden Nickel, das von RCA vertrieben wurde.
Als erste Bluesband trat sie mit einem Symphonieorchester auf. Mit dem San Francisco Symphony Orchster spielte sie „Three Pieces for Blues Band and Symphony Orchestra“. Das „Symphonic Blues Crossover“ seit 1966 von Seiji Ozawa initiiert worden, erinnert sich Siegel. Ozawa und der Komponist William Russo nahmen ihn unter ihre Fittiche und inspirierten ihn, „Classical-Blues Crossover Music“ zu komponieren.
Chamber Blues
Die Band nahm 1974 das Album „R.I.P.“ auf – und löste sich auf. R.I.P. bedeutet Rest In Peace, Ruhe in Frieden. 13 Jahre später, 1987, kam es zur Wiederauferstehung. Die Siegel-Schwall Band unterschrieb beim Blues-Spezialisten „Alligator Records“ und veröffentliche 1988 ein Live-Reunion-Album.
Corky Siegel veröffentlichte einige Solo-Alben und formierte 1988 „Chamber Blues“, eine Band, mit der seine Leidenschaft für die „Classical-Blues Crossover Musik“ auslebt. Mit einem Streichquartett aus zwei Violinen, einer Viola und einem Cello sowie dem Perkussionisten Frank Donaldson spielt Siegel eine Mischung aus Klassik, Blues, Jazz und orientalischen Elementen. Die hohe Spielkunst und Spielfreude der Band dokumentiert das Live-Album „Corky Siegel’s Traveling Chamber Blues Show!“
Außerdem hat Siegel einige Solo-Platten veröffentlicht. Einen Querschnitt aus seinem musikalischen Treiben der Jahre 1975 bis 1980 präsentiert die CD „Corky Siegel Solo flight“.“I Myself dove into the middle of the 70’s right out of the comfort of an eleven album career with the high intensity Siegel-Schall Band directly into the abyss of solo performance … and I loved it“, schreibt in seinem Begleittext zur CD.


