Larry Barrett

Überfälliger Tribute

In der Hitparade der unterbewerteten Songwriter belegt Larry Barrett (Foto) einen Spitzenplatz. Das feine „The Banks of the Ship Canal“ ist das längst überfällig Tribute-Album für den Ausnahmekünstler. Es so wunder bar wie skurril – und streng limitiert. Musiker von Joey Burns (Calxico) über Laura Veirs und Howe Gelb bis Gabriel Sullivan (Xixa) verneigen sich vor Barrett.

Bindglied zwischen Bob Dylan und Merle Haggard

Barrett ist am 1. September 2014 an Krebs gestorben. Er hat bei Glitterhouse drei reguläre Alben veröffentlicht und ein Mail-Order-Only Album, eines schöner als das andre, aber alle ziemlich missachtet. Die Walkabouts hatten Barrett zu Glitterhouse vermittelt. Mit denen musizierte Barrett eine Weile. Es war die Zeit, als die Band mit ihrem Cover-Album „Satisfied Mind“ ihren größten Triumph feierte.

Glitterhouse lobte Barrett als „Bindglied zwischen Bob Dylan und Merle Haggard“ gepriesen. Seine Alben gehören zum besten, was im Americana-Genre geschaffen wurde. Seine meist schwermütigen Songs erzählen „von Verlusten und der Schönheit des Scheiterns“.

Engagiert bei „No more Deaths“

Nachdem seine Musiker-Karriere in Deutschland nicht so recht in die Gänge kam, kehrte er in die USA zurück, nahm Vornamen seines Vaters – Cyril – an und zog nach Tucson, Arizona. Dort engagierte er sich in der lokalen Hilfsorganisation „No More Deaths“, die sich gegen das Sterben der illegalen Einwanderer in der Wüste Arizonas einsetzt.

Dieser Hilfsorganisation kommt des Tribute-Album „The Banks of the Ship Canal – Songs of Cyril Barrett“ zugute. Das Album ist auf 400 Stück limitiert und handnummeriert. 18 Künstler habe 18 Songs von Barrett eingespielt. Es ist eine Demonstration, welch genialer Songwriter Barrett war. Vicki Brown sing „How The Grass Grew“ zum niederknien schön. Howe Geld zelebriert mit seinem Sand Clan „Fairytale Delux“, die göttliche Jesse Sykes ist mit „Just A Word“ dabei und Joey Burns mit „Down The River“.

Kurios ist das Album, weil es zugleich eine Laterne ist. Es wird mit Teelicht geliefert. Außerdem enthält der Begleittext eine Rezept für „Wild Salmon Ceviche“, ein in Südamerika weit verbreitetes Gericht. Mehr über das Album ist den folgenden beiden Filmen zu entnehmen.

„The Banks of the Ship Canal“ gibt es bei Glitterhouse. Hier ist der Link: glitterhouse.com

Dort gibt es auch noch für wenig Geld Barretts letztes Album „The Big Slowdown“. Alle anderen sind vergriffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.