Jim Kweskin

Meister fröhlicher Musik

Jim Kweskin hat mit seiner Jug Band seit den frühen 1960er Jahren eine wichtige Rolle in der populären US-amerikanischen (Folk-) Musik gespielt, die mit der von Alexis Korner in England zu vergleichen ist. Seiner Band wird gar dieselbe Bedeutung zugeschrieben wie den Stones oder den Beatles. Kweskin musiziert bis heute fröhlich weiter, wenn er auch längst nicht mehr so im Rampenlicht steht. Aufmerksamkeit verdient seine Musik noch immer.

Der Bass aus der Flache

Die Kweskin Jug Band in den 1960er Jahren

Mit anderen Folk-Enthusiasten griff Kweskin den Musikstil auf, den in den 1920er Jahren junge Afro-Amerikaner entwickelt hatten. Die Bezeichnung „Jug Band“ leitet sich von der dickbauchigen Flasche ab, die in diesen Bands genutzt wurde, um durch hineinblasen tiefe Töne zu erzeugen. Waschbrett, Kamm und selbstgebaute Bässe aus Tonnen, Besenstiel und Schnüren gehörten neben üblichen Instrumenten wie Gitarre, Banjo, und Geige zum Instrumentarium, mit dem eine fröhliche Weiterentwicklung des Blues gespielt wurde. „Walk Right In“ war Ende der 1920er Jahre ein Hit der Gus Cannos Jug Stompers.

Diese Musik also machte sich Kweskin in den frühen 1960er Jahren zu eigen und feierte damit Erfolge. Seine Band „schrammelte auf Krug, Kamm, Waschbrett, Mandoline, Geige, Klarinette, Seifenkisten-Bass und anderen Amateur-Tonerzeugern unbeschwert Good Time Musik in der Art der Chicagoes Heim-Unterhaltung von etwa 1928“, schreibt „Das neue Rock-Lexikon“ und führt fort: „Ihr fröhlicher Country-Song, Blues und Ragtime hallte jahrelang durch die amerikanischen Folk Clubs und verklang erst am Ende des Jahrzehnts, als die Ansammlungen der Hippies sich verlaufen hatten, die sich am meisten für Kweskins Flower Power-Schrumm-Schrumm begeistert hatten.“

Während Kweskin für einige Jahre in einer religiösen Kommune verschwand, feierten seine Band-Mitglieder Geoff und Maria Muldauer zunächst bei der Butterfield Blues Band und später als Solokünstler Erfolge und der Geiger Richard Green ging zu Seatrain, der von früheren Blues Projekt-Musikern gegründeten Band.

Zurück mit Freunden

Ende der 1970er Jahre kehrte Kweskin der Kommune den Rücken und fing wieder an, Platten aufzunehmen. Der Jug Band Musik ist er dabei treu geblieben. 2007 organisierte der Jug Band Enthusiast Todd Kwait im Roxi Movie House in San Francisco ein Jug Band Festival, bei dem neben Kweskin Geoff und Maria Muldaur auch John Sebastian auftrat, ebenfalls ein Jug Band Veteran, der mit seiner Band Lovin‘ Spoonful den Hit „Summer in the City“ gelandet hatte. Das wunderbare Konzert ist 2018 von Kingswood Records auf CD veröffentlicht worden.

Mit seinem alten Kumpel Geoff Muldaur spielt Kweskin 2016 das herrliche Album „Penny‘s Farm“ ein. Die beiden spielen darauf ihre Favoriten aus der Geschichte der Folk-Musik. Ein Jahr später spielte Kewskin solo die Platte „unjugged“ ein, auf dem er klassische Folk-Songs wie „Staggerlee“ und auch „Colours“ von Donovan interpretiert.

Mit der Sängerin Samoa Wilson nahm Kweskin Anfang der 2000er Jahr zwei Platten auf “Now and Again“ und „Live The Life“, von denen vor allem die erstgenannte mit anrührenden Versionen von „Brother Can You Spare A Dime“ und „Cry Me A River“ glänzt.

Jim kweskin mit seiner Tochter Fiona

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.